Wissen: UNESCO Weltnaturerbe

Wissen: Die wichtigsten Infos rund um das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich auf ca. 12.000 Quadratkilometern entlang der Nordseeküste vom niederländischen Den Helder bis nach Esbjerg in Dänemark. Davon fallen 4.700 km² (im Mittel) bei Ebbe trocken. Der zum Teil ursprüngliche Zustand schenkt mehr als 10.000 verschiedenen Einzellern, Pilzen, Tier- und Pflanzenarten, perfekt akklimatisiert an den Rhythmus der Gezeiten, ein Zuhause. Das Areal gilt als weltweit größtes zusammenhängendes Watt-Inselgebiet. Teile davon sind bereits seit Juni 2009 UNESCO Weltnaturerbe.  

Das Wort Watt bedeutet „die Watten“ und kommt nicht etwa von Watte, sondern von waten. Damit werden jene Gebiete bezeichnet, die während der Ebbe so weit trocken fallen, dass man sie durchwaten kann.

Unser Wattenmeer ist das größte der Welt. Von der Küste der Niederlande, Deutschland bis hoch nach Dänemark erstreckt sich das Wattenmeer der Nordseeküste. Mit mehr als 12.000 Quadratkilometer Wattenmeer umfasst das gesamte Küstengebiet Wattflächen, Inseln, Dünen, Sandbänke, Priele und Salzwiesen. Als Watt bezeichnet man eine Fläche, die im Rhythmus von Ebbe und Flut überspült wird und dann wieder trocken fällt.

Zwei mal am Tag bildet sich im Wattenmeer eine einzigartige Küstenfläche, die zu den beliebten Wattwanderungen einlädt. Aber Vorsicht ist geboten, denn wer sich mit Gezeiten und der Region nicht gut auskennt, kann von der Flut überrascht werden - und buchstäblich plötzlich weit draußen im Meer enden.

Die Wasserläufe im Sand des Wattenmeeres nennen sich Priele. Wie entstehen Priele? Das Wasser strömt bei Flut dort hinein und fließt bei Ebbe wieder ab, dabei können sehr massive Strömungen entstehen, natürlich auch in umgedrehter Richtung. Da manche Priele wandern, also sich ständig verändern, können sie sehr gefährlich sein.

Wer sich ins Watt begibt, der sollte sich gut auskennen und die Gezeiten im Kopf haben. Da das Watt unberechenbar sein kann, und sich vor allem Priele schnell mit starker Strömung füllen, kommen immer wieder Wattwanderer, die sich auf eigene Faust auf den Weg machen im Wattenmeer ums Leben. Auf der Insel Neuwerk, zehn Kilometer vor Cuxhaven, gab es für angespülte Wasserleichen deshalb lange einen „Friedhof der Namenlosen“. Und da möchte man in seinem Urlaub nun wirklich nicht landen!

Wer glaubt, im Watt ist nicht viel los, der irrt, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Das Watt ist einer der aktivsten Lebensräume auf der Erde und kann mit der Produktion an Biomasse mit dem Regenwald mithalten. Unter der Lupe zeigt sich: pro Quadratzentimeter kommen Millionen von Kieselalgen vor. Das sind kleine pflanzliche Einzeller. Aber auch Tierchen wie Schlickkrebse, Watt- oder Borstenwürmer kommen vor. Letzterer bohrt sich im Jahr durch 25 Kilo Sand.

Außerdem ist das Wattenmeer das Zuhause von zehn Millionen Zugvögeln. Vor allem Watvögel, Gänse und Enten nutzen es als Zwischenstopp auf dem bis Südafrika reichenden „Ostatlantischen Zugweg“. Und selbstverständlich kampieren hier auch viele Brutvögel. Im Wangerland an der Nordsee gibt es viele Regionen, wie zum Bespiel den Elisabeth-Außengroden direkt hinter dem Deich zum Wattenmeer, wo man sehr viele Vögel in der freien Natur auf den Salzwiesen erleben kann. Allerdings zählen die Salzwiesen bei Minsen zur Schutzzone 1 und dürfen somit nur auf ausgewiesenen Pfaden betreten werden.

Können diese Augen böse sein, fragt sich so mancher, der vor einer Kegelrobbe steht und in die liebevollen, großen, dunklen Kulleraugen guckt. Ja, können sie. Denn die Kegelrobbe ist Deutschlands größtes Raubtier und im Wattenmeer beheimatet. Die Tiere wiegen gut 200 Kilo und können über zwei Meter lang werden. Ihr größter natürlicher Feind ist allerdings der Mensch.

Ein Besuch in der Forschungsstation und im Nationalpark-Haus Wattenmeer ist für die Besucher unbedingt empfehlenswert, die mehr über das UNSECO Weltnaturerbe Wattenmeer erfahren möchten.